Wie sieht eine Privatabrechnung mit EASYPRO/EASYGOÄ in der Praxis aus?
Das wär’s im Prinzip schon. Sie benötigen für den Privatrechnungsdruck genau zwei Bestandteile: die Leistungsziffern und die Diagnosen eines Patienten, daraus entsteht dann die (automatische) Privatabrechnung.
Die Eingabe in die Eintragsfelder geschieht mit den Texttasten wie üblich; mit <Return>-Taste oder Maus wandern Sie zum nächsten Feld.
Privatpatienten werden bei „Privatpatient“ markiert. Die Felder Labor-/Techn./Ärztl. Wert sind mit 1,15/1,8/2,3 vorbelegt, können aber bei anderen Faktoren (z.B. Post, KVB) anders vorbelegt werden. Entsprechend wird dann bei der Privatabrechnung der andere Wert automatisch in der Berechnung zugrundegelegt.
Am Schluß speichern Sie die Daten mit „ok“ ab.
Nach Verlassen des Menues Patientendaten können Sie im Hauptmenue rechts von der Anwahlmaske zum Drucken der Privat-Abrechnung schalten.
Mit der Anwahl-/Suchmaske im Hauptmenue können Sie per alphabetischer Auswahl oder Eintrags-Nummer mit Bearbeiten zu einem bereits eingetragenen Patienten gelangen und dessen Daten ändern, ebenso aus einer der Übersichten.
Die Such- bzw. Übersichtslisten bieten einen komfortablen Zugriff auf nach verschiedenen Kriterien selektierte Patienten. Die Suchliste (Suchtreffer) erscheint an der Stelle des EasyPro-Logos (Vogel) und kann mit dem rechts darunter befindlichen Knopf (Suchliste zeigen/verbergen) verändert oder unsichtbar gemacht werden. Es kann die alphabetische oder die numerische Suchliste, angezeigt werden. Anklicken der Einträge läßt dann den Patient samt Nr. in der Suchmaske erscheinen, wo er mit Bearbeiten oder <Return> bearbeitet werden kann.
Privat-Chipkarten werden (wie Kassen-Chipkarten) aus dem Hauptmenue unter „Chipkarte“ eingelesen. (Das Chipkartenlesegerät sollte natürlich vorher eingeschaltet worden sein.) Folgen Sie einfach den vom Programm gegebenen Hinweisen („Karte einführen“, „Karte entnehmen“ usw.).
Einträge von GOÄ-Leistungen bestehen aus dem Datum, an dem die Leistung erbracht wurde, der Gebühr, dem Faktor, ggf. einem Prozentwert. Daraus resultieren die Kosten.
Genauer: Wird die Ziffer eingetragen und ist sie in der GOÄ-Liste enthalten (siehe Hauptmenue, dort Privat —> GOÄ-Ziffern-Liste bearbeiten oder unter Datenbanken -> GOÄ-Liste), ergibt sich die Gebühr aus der Multiplikation von Punktzahl (lt. GOÄ) und Punktwert (=11,40 Pfg.). Das Ganze wird je nach Ziffern-Typ mit dem Steigerungsfaktor multipliziert. Der Steigerungsfaktor ist z.B. bei Laborleistungen 1,15, bei Technischen Leistungen 1,8 und bei Ärztlichen Leistungen 2,3. All dies wird für Sie automatisch eingetragen und errechnet, sobald Sie die Ziffer eintragen oder aus der eingeblendeten GOÄ-Liste anwählen.
Die Privatziffern werden im Menue GOÄ-Leistungen eingegeben. Ändern Sie ggf. das vorgeschlagene Datum. Danach können Sie die Ziffern hintereinander, mit Komma getrennt (oder per Knopf Zufügen) eingeben. Das Programm erzeugt automatisch neue Einträge, wobei es sich jeweils das zuletzt eingegebene Datum merkt.
Bei Bedarf kann auch die GOÄ-Ziffern-Liste als Fenster eingeblendet und durchblättert werden. Mit Mausdoppelklick übernehmen Sie die Ziffer.
Wie bereits erwähnt, sind die Steigerungsfaktoren im Menue Patientendaten voreingestellt und können dort bei Bedarf auch geändert werden — es erscheinen dann automatisch im GOÄ-Leistungen-Menue diese eingestellten Werte zu den entsprechenden Ziffern- bzw. Leistungstypen.
Überschreitung von Höchstwerten oder Verletzung von Regelausschlüssen wird automatisch moniert.
Die GOÄ-Ziffern-Liste kann nach eigenem Bedarf ergänzt oder abgeändert werden. So können Sie Ziffern und Bausteine nach eigenem Bedarf definieren, ändern oder löschen. Bausteine sind z.B.:
Kürzel werden im Menue GOÄ-Leistungen ins Eintragsfeld der Leistungsziffern eingetragen; es erscheint dann bei den Kürzeln außer xk.. der zugehörige, in der GOÄ-Ziffern-Liste stehende Text, bei Kürzeln mit xk.. (also Ketten) wird die Kette beim Abspeichern der Menue-Seite durch die darin definierten Einzelleistungen ersetzt.
Die Diagnosen werden im Diagnosen-Menue eingegeben. Ändern Sie ggf. das vorgeschlagene Datum. Danach können Sie die Diagnosen hintereinander, mit Komma getrennt (oder per Knopf Zufügen) eingeben.
Gleichbleibende Diagnosetexte (oder andere Textbausteine) können in der Diagnosetext-Liste (Aufruf im Hauptmenue unter Datenbanken -> „Diagnosetexte“ ) eingetragen, im Diagnosen-Menue als Fenster eingeblendet und von dort aus mit Mausdoppelklick übernommen werden, wahlweise auch gleich mit zugehöriger Leistungsziffer oder Leistungs-Kette. Es können auch Textkürzel für Diagnosetexte vergeben werden.
Eine der besonderen Stärken von EASYPRO sind die vielfachen Möglichkeiten beim Drucken von Privat-Abrechnungen. Im Hauptmenue rechts von der Anwahlmaske gelangen Sie zum Drucken der Privat-Abrechnung, der jeweils in der Suchmaske eingestellt Patient (-> Nr.) wird bearbeitet.
Rechnungen werden nach Rechnungs-Zeitraumgestellt. Das Programm fügt dazu die im Diagnosen-Menue eingetragenen Diagnosen und die im GOÄ-Leistungen-Menue eingetragenen GOÄ-Ziffern zur Privat-Rechnung zusammen. Nach Angabe des Rechnungstyps (R=Rechnung, E=Erinnerung usw.) kann direkt der Druck gestartet werden. Nach dem Ausdruck erscheint im GOÄ-Leistungen-Menue hinter jeder abgerechneten Ziffer die Rechnungs-Nr. (siehe nächstes Kapitel Rechnungs-Verwaltung).
Einige Hinweise zu den Programm-Voreinstellungen (Vorgaben): Im Rechnungsausdruck erscheint nur dann das Diagnose-Datum aus dem Diagnosen-Menue (und zwar kleingedruckt hinter der jeweiligen Diagnose), wenn dies in den Voreinstellungen speziell vorgesehen bzw. voreingestellt ist. Ansonsten erscheinen einfach alle Diagnosen gedruckt, die sich im entsprechenden, von Ihnen eingegebenen Rechnungs-Zeitraum befinden.
Bei den Vorgaben Privatrechnung können Sie auch zwischen diversen Formulierungen wählen. Bei der „ausführlich-höflichen“ Variante („hiermit erlaube ich mir...“) erscheinen auch ausführlichere Texte zu Erinnerungen, Mahnungen und Letzter Mahnung.
Privatrechnungen durchlaufen eine feste Reihenfolge:
Durch die automatische Verwaltung dieses Ablaufs in EASYPRO haben Sie jederzeit einen komfortablen Überblick über den Stand Ihrer Rechnungen und können offene Posten zügig abbauen. Den Ablauf ersehen Sie an den Befehlen im Menue „Privat(-Liquidation-Verwaltung)“ (vom Hauptmenue aus zu erreichen).
Beachten Sie hier vor allem die Liste der „Offenen Rechnungen“. Sie sehen dort die Rechnungs-Nr. [aus: Patienten-Nr./Datum/Rechn.-Typ], die Anzahl offener Rechnungen, den Rechnungsbetrag und den Rechnungsstand. Anhand der Markierungen im Rechnungsstand sehen Sie auf einen Blick, welche Rechnungen zu mahnen sind, ob Sie schon erinnert (E=Erinnerung) bzw. gemahnt (M=Mahnung, L=Letzte Mahnung) haben, und wann der nächste Schritt erforderlich ist. Und zwar erscheint je nach unter Vorgaben —> Privatrechnung eingestellter Rechnungs- bzw. Mahnfrist bei Fristüberschreitung ein Ausrufezeichen.
Der Mahnbetrag wird im GOÄ-Leistungen-Menue mit Kürzel xm eingetragen; er kann, z.B. als „xm5“ mit 5 Euro, „xm10“ mit 10 Euro, im schon erwähnten Befehl „GOÄ-Ziffern-Liste bearbeiten“ fest vorgegeben werden.
Zum Drucken von Erinnerungen und Mahnungen verwenden Sie am besten den Befehl „Offene Rechnungen mahnen“, mit dem offene Rechnungen komfortabel nacheinander auszudrucken sind.
Hiermit können Sie die Abrechnungsdaten auch per Diskette oder DFÜ an eine PVS (Privatärztliche Abrechnungsstelle) übermitteln. Näheres hierzu siehe im Programm unter Hilfe —> PAD-Schnittstelle. (Die PAD-Schnittstelle ist ein kostenpflichtiger Zusatzmodul.)
Ebenfalls in den Vorgaben Privatabrechnung wird der Abzug 15% bzw. 25% vor-eingestellt. Er erscheint dann im Menue Rechnungs-Druck als Voreinstellung (kann im Einzelfall geändert werden) und wird in die Rechnung eingerechnet bzw. im Ausdruck ausgewiesen.
Stationäre Abrechnungen werden als solche markiert (siehe auch Zufügung „s“ bei den abgerechneten GOÄ-Leistungen des Menues GOÄ-Leistungen). Die entsprechend geminderten Beträge durchziehen entsprechend auch sämtliche Bilanzen und Statistik-Funktionen des Programms.
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